Navigation

PC

Sega Mega Drive

Grand Theft Auto IV

07.08.2009



Inhaltsverzeichnis

Gameplay
Graphik
Sound & Musik
Story
Wiederspielbarkeit
Negatives
Fazit

Kommentar abgeben (Bisher 1)

Gameplay/Allgemeines

Allgemein ist GTA IV gleich zu Spielen wie andere Spiele der GTA-Reihe seit GTA 3 (Wobei ich finde, dass man es GTA VI hätte nennen sollen, denn es unterscheidet sich von GTA 3 nicht mehr, als es Vice City oder San Andreas taten, rechtfertigt also keinen solchen Versionssprung, bei dem die genannten übergangen werden, als hätte es sie nie gegeben): Man läuft rum, erfüllt Aufträge, die meist im Schema "Geh dorthin, bring alle um" sind und erfreut sich an der Geschwindigkeitsbegrenzungsignorierung.
Jedoch haben sie vieles falsch gemacht. Was war der nervigste Teil an SA? Die meisten werden auf diese Frage wohl entweder "Der Sinnlose Bandenkrieg" oder "Die Freundinnenaufgaben" antworten. Für mich ist es klar letzteres. Aber anstatt dass dieser extrem nervige Teil als Fehlversuch abgeschrieben und wieder aus der GTA-Reihe entfernt wurde, wurde das Gegenteil gemacht: Es wurde extrem ausgebaut. Schon ca. eine Stunde im Spiel hat man schon zwei Personen, mit denen man ständig was unternehmen muss, sonst mögen sie einen weniger. Diese Aktivitäten beinhalten: Saufen gehn, in den Stripclub, Theater/Comedyshow ansehen, bowlen gehn, Darts spielen, Pool spielen und etwas essen gehn. Am Anfang sind die Dinger ja recht nett, aber sie gehen einem schnell auf den Keks. Ausserdem ist das Bowling verbuggt: Um die Kugel zu schiessen, muss man, laut Bildschirmanweisung, die Maus in einer Bewegung nach hinten ziehen und schnell nach vorne stossen. Leider klappt das selten, Ich musste meist mit der Maus den Tisch polieren, bis es nach dem zwanzigsten mal dann funktionierte, und in ca. 50% der Fälle flog die Kugel beinahe im 90-Grad-Winkel auf die Seite (Dieser Bug wurde durch einen Patch behoben). Sollte man die Kontakte nicht von selbst einladen, rufen sie einen an - und zwar durchaus auch während Aufträgen, wobei man natürlich absagt und Negativpunkte bekommt (Tipp: Wenn man den Freunden bei ihren Anfragen zusagt und sie gleich nach dem Telefonat wieder anruft und absagt, kriegt man keine Negativpunkte). Die Belohnung für hohe Sympathiepunkte haltet sich ziemlich in Grenzen (günstigere Waffen, ein unbrauchbarer Heliflug, gratis Taxi, das auch sonst nicht teuer wäre etc).
Auch die Kleideranzieherei ist zurück, wenn auch zum Glück nicht ganz so nervig wie in SA.
Ausserdem wurde das meiner Meinung nach sehr angenehme Gefühl der ländlichen Umgebung wieder über Bord geworfen. Anstatt dass man wie in SA etwas Land und kleine Dörfer hat, ist es wieder eine einzige Stadt mit Wasser drumrum. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich genoss es in SA immer, auch mal Quer durch's Grüne zu fahren oder auf der schön langen Landstrasse mal richtig Gas zu geben. In GTA IV fällt das weg. Zwar hat man über die Brücken von einem Stadtteil zum nächsten auch etwas Zeit zum rasen, aber dummerweise sind die Strecken recht kurz und haben am Ende eine recht enge Kurve, aus der man rausfliegt, wenn man nicht schon lange vorher bremst. Ausserdem haben sie dort nun Mautstationen, bei denen man entweder anhalten muss oder von der Polizei verfolgt wird, wenn man durchbricht (Und die Computerfahrer haben da auch immer ewig).


Die Verfolgung von der Polizei wurde verbessert - man muss nun aus einem Fahndungskreis rauskommen und sich, sobald man aus dem Gebiet ausgebrochen ist, ein paar Sekunden vor der Polizei verstecken. Das bewirkt, dass man einen Stern mit Leichtigkeit und zwei Sterne ohne grössere Probleme loswird. Ab drei bis vier Sternen muss man aber dennoch einen Pay'n'Spray aufsuchen.
Etwas, was mich sonst noch recht genervt hat: Es gibt im HUD keine Uhr mehr. Um die Zeit zu sehen, muss die Spielfigur erst das Handy hervorholen. Das mag wieder realistischer sein, nervt aber nichtsdestotrotz. Ausserdem, wer eine Karte ständig im Sichtfeld hat, dem kann Realismus recht egal sein.
Das Spiel hat, wie von der GTA-Reihe gewohnt, recht viele nette Details. Da steht beispielsweise ein Strassenprediger an der Ecke, Leute lassen ihr Getränk fallen, wenn sie angerempelt werden, ab und zu steht einer mit dem Auto am Strassenrand und versucht es zu reparieren, NPCs telefonieren ab und zu etc. Es ist also eine lebendige Welt, noch mehr als SA das war. Ausserdem hat es nun nicht nur eigene Radio- sondern auch eigene TV-Sender. Die habe ich nie wirklich geguckt, aber die Idee ist nett. Das eigene Internet, das oftmals gelobt wird, fand ich nicht so berauschend. Erstmal muss man, um reinzukommen, in eines der extrem seltenen Internetcafes gehen (man kann sich anscheinend keinen PC für's Versteck leisten, nur in einem der Verstecke steht einer) und allzutoll fand ich den Inhalt auch nicht. Klar, er ist ab und zu recht witzig, aber alles in allem war ich eher enttäuscht - auch weil das Internet irgendwie nach 1998 aussah.

Das Autohandling soll ja realistischer gemacht worden sein, aber das ist wieder ein Punkt, bei dem ich lieber auf Realismus, deutsch gesagt, geschissen hätte. Auch in SA suchte ich zum Teil recht lange nach dem Blista Compakt, weil der von allen Autos das angenehmste Handling hatte, auch wenn er nicht so schnell war. Nun in IV muss man in fast jeder Kurve auf beinahe Null bremsen, um rumzukommen und die Handbremse ist fast unbrauchbar, da sie einen meist um 180° dreht. Andere mögen das schätzen, ich hätte aber lieber unrealistisches, angenehmes Handling gehabt.

Das freie Speichern haben sie leider immernochnicht hingekriegt. Beim Speichern gibt es nun eine grosse Verbesserung und eine kleine Verschlechterung: Die Verbesserung ist, dass nun nach jedem Auftrag automatisch gespeichert wird, ohne dass man erst zum Versteck muss. Die Verschlechterung ist, dass es bis rel. weit im Spiel nur ein Versteck und somit nur eine Speicherstelle gibt, auch gegen ende sind es nur wenige Verstecke.

Was mir noch gefallen hat aber an sich nur ein Detail ist: Endlich ist es möglich, in Autos auch nach vorne zu schiessen sowie ein Fadenkreuz anzuzeigen. Und es sieht nett aus, wenn die Spielperson die Scheibe raushaut.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Graphik

Die Grafik ist toll. Ich glaub, das kann man einfach mal so sagen. Es sieht alles recht realistisch aus, die Autos haben gute Schadensmodelle, Kratzer im Lack oder Teer auf der Strasse spiegeln bei richtigem Sonneneinfall, Das Auto an sich spiegelt wiederum etwas die Umgebung, die Personen haben nun Ragdoll-Effekte und schliddern realistisch über die Kühlerhaube.. Auch gibt es auch hier die gewohnten netten Details wie Werbungsimitationen oder lustig betitelte Geschäfter.
Das einzige, was man an der Grafik aussetzen könnte, ist, dass wieder alles so grau aussieht, wie es das das letzte mal bei GTA 3 tat. Das ist jedoch sehr Subjektiv. Ausserdem sehen die Schatten echt billig aus und sind fast immer ziemlich zerfusselt. Klar, sie fallen Korrekt etc, aber im Vergleich zur restlichen Grafik sehen sie doch sehr bescheiden aus.
Grafikfehler kamen bei mir nie vor.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Sound & Musik

Die Musik gibt es nur per Radio. Da hat es zwar wieder wie in den Vorgängern viele Musiksender, aber keiner davon gefällt mir wirklich. Auf dem PC kann man aber zum Glück einen eigenen Musiksender kreieren.
Vom Sound her gesehen ist es recht nett. Da quatschen Fussgänger miteinander, predigen Strassenprediger, hupen Autos, klingeln Handies. Jedoch sind die Motorgeräusche meiner Meinung nach ziemlich unrealistisch. Gut, ich habe mit Motorgeräuschen nun nicht viel Erfahrung, aber die hälfte der Autos klingt für mich irgendwie nach Elektromotor..
Die Sprachausgabe ist wie von GTA gewohnt wieder nur auf englisch mit deutschen Untertiteln. An sich stört mich das nicht gross, die meisten Personen verstehe ich, trotz Akzent, recht gut und muss darum nicht mitlesen. Leider geht das nicht bei allen - Da gibt es beispielsweise einen Jamaikaner, der redet so schnell mit einem so heftigen Akzent und so vielen Slangbegriffen, dass ich es nicht verstand und mit lesen nicht nachkam. Da die Aufträge aber nie sonderlich kompliziert sind, stört das aber nicht gross.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Story

Storymässig ist es eine Abnahme. Es fehlen Erfolgserlebnisse. In SA konnte man das Gebiet der Gang erweitern und später auch Geschäfte kaufen und stieg an sich andauernd auf. Bei GTA IV ist man auch nach Stunden immernoch der Minigangster, der selbst keinerlei Einfluss hat und nur Zeugs für andere erledigt. An sich der einzige Hinweis darauf, dass man nicht ganz am Anfang vom Spiel ist, ist die Geldanzeige, denn selbst die Verstecke bleiben bis am Ende Dreckslöcher (mit 2 Ausnahmen). Sicher, das mag realistischer sein, aber ich persönlich spiele lieber Spiele, die Spass machen und gewisse Rückmeldungen haben.
Die Missionen sind meist weder Abwechslungsreich noch sonderlich ausgefeilt. Beinahe immer ist es ein Geh-Dorthin-und-töte-alle oder ein Verfolge-so-und-so. Ich denke, dass das wieder war, weil sie realistisch sein wollten. So nette Auflockerungsmissionen wie die Modellflugzeugschlacht für Zero in SA sind natürlich unrealistisch.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wiederspielbarkeit

Ziemlich niedrig. Ich glaube, wenn ich das Spiel in Jahren mal wieder in die Hände nehme, stell ich es in Erinnerung an das nervige Freundepflegen wieder in's Regal zurück.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Negatives

Das wurde bis jetzt ja eigentlich schon alles Erwähnt, deshalb hier nochmal zusammengefasst:

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Fazit

Den Hype finde ich nicht gerechtfertigt. GTA IV ist ein solides Spiel, aber im Vergleich zum Vorgänger meiner Meinung nach ein Abstieg. Es kommt einem vor wie ein San Andreas, bei dem man die guten Teile weggelassen, die schlechten verstärkt und die Grafik aufgebohrt hat.
Ich hätte mehr erwartet. Ich empfehle, lieber SA zu kaufen, wenn man das noch nicht hat.
Trotz allem ist es ein gutes Spiel. Es könnte an vielen Stellen besser sein, aber alles in allem ist es gut.


Bewertung: 6/10 (Abzug 2 Punkte für extrem nervigen Kopierschutz)
Bewertung in Bezugnahme auf den Vorgänger (SA): 4.5/10 (Abzug 2 Punkte für extrem nervigen Kopierschutz)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Kommentare

#0 Holzer schrieb am 08.08.2012 10:39 (CET):
Gute Rezension, kann ich so 100%ig unterschreiben. Einen Kritikpunkt hätte ich noch (oder eher zwei): Zum einen hat man in kürzerster Zeit ein zum Bersten gefülltes Konto, mit dem man so gut wie nichts (sinnvolles) machen kann. Waffen kaufen - super, dafür braucht man noch nichtmal einen Bruchteil des Geldes. Auch dass der Cousin (hab' den Namen vergessen) immer "das ganze Geld verzockt" macht sich auf dem Konto leider nicht bemerkbar. Zum Schluss wird durch diesen Reichtum Nico's "Ich mache das alles für das Geld was ich sooooo dringend brauche" komplett ad absurdum geführt.

Schade, man hätte aus GTA IV was richtig geiles machen können - geworden ist's leider nicht soooo toll.

Kommentar hinzufügen

*Name:

Email:
(Optional, versteckt. Nur für Benachrichtigung bei Antwort (Englisch))

Homepage:

* Spam check: 6 * 1 =
*Kommentar:

Zurück zum Inhaltsverzeichnis